Alaska-Seelachs
gültig 12/2011-12/2012
Theragra chalcogramma
Biologische Charakteristika
Der Alaska-Seelachs wird auch als Alaska-Pollack oder Pazifischer Pollack bezeichnet (engl. walleye pollock oder Alaska pollock). Er gehört wie Kabeljau und Schellfisch zu den dorschartigen Fischen (Gadiformes), ist also entgegen seinem deutschen Namen kein Lachsverwandter. Alaska-Seelachs ist ein Schwarmfisch, der sowohl in flachen, küstennahen Gewässern aber auch über das gesamte Aleutische Becken der Bering See verbreitet ist. Meist leben die erwachsenen Tiere nahe am Meeresboden in 30-400 m bis maximal 1000 m Wassertiefe, können aber auch im Oberflächenwasser angetroffen werden. Der Alaska-Seelachs macht täglich Vertikalwanderungen, bei denen die Tiere nachts zum Fressen an die Oberfläche kommen. In der Regel wandern die Fische im Sommer in küstennähere und im Winter in küstenfernere Bereiche, wo sie in größeren Tiefen überwintern. Alaska-Seelachs wird mit etwa 3-4 Jahren geschlechtsreif. Die Laichzeit hängt von der Region ab, im Golf von Alaska (Straße von Shelikof) liegt sie zwischen April und Mai, im Aleutischen Becken zwischen Januar und März, in der südöstlichen Beringsee zwischen März und Juni und in den Gewässern um die Pribilof Inseln von Juni bis August. Die Weibchen geben dann über einige Wochen in mehreren Schüben bis zu 2 Millionen Eier ab. Die Larven schlüpfen nach etwa 1-3 Wochen in der Laichtiefe von meist 100-250 m, steigen ins Oberflächenwasser auf und entwickeln sich in flacherem Wasser von etwa 30 m. Alaska-Seelachs spielt eine große Rolle im Ökosystem. Er ist ein wichtiger Nahrungsbestandteil vieler mariner Säuger, Seevögel und größerer Fische. Hauptnahrung der Larven sind winzige Krebstiere (Hüpferlinge) später werden insbesondere Krill, verschiedene Fische und Bodentiere gefressen. Kannibalismus älterer Alaska-Seelachse auf Jungtiere ist verbreitet. [100] [193] [229] [375]
Kennzahlen
Maxima:
Länge: bis 105 cm, Alter: bis 22 Jahre, Masse: bis 6,05 kg [377]-
IUCN-Status:
nicht bewertet (NE) [384] (Zugriff am 09. Feb. 2012)CITES-Status:
nicht gelistet [3] Widerstandsfähigkeit (resilience):
niedrig, Verdopplung der Population dauert 4,5 - 14 Jahre [229]Fruchtbarkeit (fecundity):
bis zu 2 Mio Eier pro Weibchen pro Jahr [193]Trophische Ebene:
3,45 ± 0,49 (Standardfehler) [229]
Verbreitung
Alaska-Seelachs ist im Nordpazifik weit verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht im Westen vom südlichen japanischen Meer über die Beringsee und bis in die Chukchi See im Norden und im Osten bis nach Carmel in Kalifornien (USA). Besonders häufig ist er im Golf von Alaska, dem Ochotskischen Meer und in der Beringsee. [229]
Aussehen
Der Alaska-Seelachs ist ein Verwandter des Kabeljaus. Wie dieser besitzt er einen schlanken Körper, wird aber nicht ganz so groß. Eine Kinnbartel ist nicht vorhanden oder sehr klein, der Unterkiefer steht vor und die Augen sind sehr groß. Der Körper ist auf dem Rücken und in die Seiten auslaufend silbrig mit dunklem, olivgrün bis braun gefärbtem, oft marmoriertem oder fleckigem Muster. Der Bauch ist hell, die Flossen hingegen dunkler gefärbt. [100] [229] [376]
Wirtschaftliche Bedeutung
Alaska-Seelachs ist Grundlage der weltweit zweitgrößten Fischerei (nach der peruanischen Sardelle). Diese liefert über 40% der weltweiten Weißfisch-Produktion, mit Filet, ganzen Fischen und Surimi in gleichen Teilen. Japan und Süd-Korea sind Hauptkonsumenten von Surimi und Rogen. Deutschland ist in der EU der größte Abnehmer für Filet. In Deutschland liegt Alaska-Seelachs seit einigen Jahren auf Platz eins der konsumierten Fischarten. Sein zartes weißes oder leicht rosafarbenes, grätenarmes und geschmacklich mildes Fleisch eignet sich für die verschiedensten Zubereitungsarten. [14] [166] [192] [193] [342]
Produktarten
Alaska-Seelachs wird direkt nach dem Fang auf den Verarbeitungsschiffen meist als Filet, aber auch als ausgenommener Fisch tiefgefroren und nach der Anlandung weiter verarbeitet. In Europa und Nord Amerika werden die Filets oft in Teighülle oder Panade angeboten. Er ist meist Hauptbestandteil von Fischstäbchen oder Tiefkühlfertigprodukten. Auch Surimi wird meist aus Alaska-Seelachs hergestellt, welches wiederum Bestandteil des Krebsersatzfleisches bzw. Krebsfleischimitates ist. Darüber hinaus gibt es einen Markt für den Rogen(vornehmlich in Asien). [229]
Bestandsübersicht Alaska-Seelachs
Marktdaten
2010: Verbrauch in Deutschland: 255.869 t (2009: 235.734 t), Marktanteil: 23% [13] [14]
| Anlan- dungen (in 1.000 t) | Fänge (in 1.000 t) | Laicher- biomasse (in 1.000 t) | Laicher- biomasse Zustand | Fischereiliche Sterblichkeit | Anmerkungen (insbesondere Managementplan) | Gültigkeit | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Golf von Alaska | 81,3 | - | 259,8 |
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Anl. 2011 | 12/2012 - 12/2013 |
| Ochotskisches Meer | 918,1 | - | 6.649,0 |
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nach Vorsorgeansatz; vorl. Anl. 2011 | 12/2011 - 06/2012 |
| Westliche Beringsee | 65,5 | - | 958,0 |
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nach Vorsorgeansatz; vorl. Anl. 2011 | 12/2011 - 06/2012 |
| Östliche Beringsee | 1.199,1 | - | 2.580,0 |
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Anl. 2011 | 12/2012 - 12/2013 |
Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:
| Symbol | Biomasse | Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit) |
|---|---|---|
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innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert | angemessen oder unternutzt |
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außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert | übernutzt |
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| Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten | Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten |
Literaturquellen Alaska-Seelachs
| Autor | Jahr | Titel | Quelle | |
|---|---|---|---|---|
| [3] | CITES | Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III | cites.org | |
| [13] | BLE | Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Referat 523 | ||
| [14] | FIZ e.V. | Fisch-Informationszentrum e.V. | fischinfo.de | |
| [100] | Food and Agriculture Organization (FAO) | 2010 | FAO. © 2010. FAO FishFinder, the Species Identification and Data Programme. FAO FishFinder. In: FAO Fisheries and Aquaculture Department [online]. Rome. Updated 6 April 2010. | fao.org |
| [166] | Food and Agriculture Organization (FAO) | 2010 | The State of World Fisheries and Aquaculture 2010. | Rome, FAO. 2010. 197pp, ISBN 978-92-5-106675-1 |
| [192] | Ianelli JN, Barbeaux S, Honkalehto T, Kotwicki S, Aydin K, Williamson Non N | 2011 | 1. Assessment of the walleye pollock stock in the Eastern Bering Sea | afsc.noaa |
| [193] | Alaska Fisheries Science Center (AFSC) | Alaska Fisheries Science Center, AFSC | afsc.noaa | |
| [229] | Froese, R. and D. Pauly. Editors. | 2011 |
FishBase. World Wide Web electronic publication. www.fishbase.org, version (06/2011). |
fishbase |
| [342] | WWF | 2008 | Illegal fishing in arctic waters. Catch of today - Gone tomorrow?, International Arctic Programme, Oslo, Norway, 52 pages | wwf.ru |
| [375] | Hinckley S | 1987 | The Reproductive Biology of Walleye Pollock, Theragra chalcogramma in the Bering Sea, with Reference to Spawning Stock Struckture | Fishery Bulletin, Vol. 85, No. 3:487-498 |
| [376] | Mecklenburg CW, Mecklenburg TA, Thorsteinson LK | 2002 | Fishes of Alaska | Bethesda, Md, American Fisheries Society |
| [377] | NOAA Fisheries Service | Factsheet: Walleye pollock, Theragra chalcogramma | afsc.noaa | |
| [384] | IUCN | IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 | iucnredlist.org |