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Fischbestände
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Scholle

gültig 06/2015-06/2016

Umriss der Fischart Pleuronectes platessa

Biologische Charakteristika

Die Scholle (auch Goldbutt) ist der bekannteste Plattfisch in europäischen Gewässern. Die innerhalb eines Monats nach Eiablage schlüpfenden, sechs Millimeter langen Larven haben zunächst die normale Fischform und schwimmen aufrecht. Bei einer Länge von etwa 10 Millimetern beginnt die Umwandlung zum Plattfisch; die auffälligste Veränderung ist das Wandern des linken Auges auf die rechte, später obere Seite. Ältere Schollen leben in tieferem Wasser. Obwohl Schollen Bewohner des Meeresbodens sind und sich in sandigen Grund zur Tarnung eingraben, können sie insbesondere nachts weite Wanderungen unternehmen. Schollen leben im vollmarinen und brackigen Wasser (bis zu einem Salzgehalt von ca. 5) in 0 – 200 m Tiefe, gewöhnlich 10 - 50 m. Das Wattenmeer ist bevorzugtes Aufwuchsgebiet für die Jungtiere. Schollen fressen überwiegend dünnschalige Muscheln und Borstenwürmer. [2] [229]

Kennzahlen

  • Maxima:
    Länge: bis 100 cm, Alter: bis 50 Jahre, Masse: bis 7,0 kg [229]
  • IUCN-Status:
    nicht bedroht (LC) [384] (Zugriff 22. Juni 2015)
    CITES-Status:
    nicht gelistet [3]
  • Widerstandsfähigkeit (resilience):
    niedrig (min. Populationsverdopplungszeit 4,5-14 Jahre) [229]
  • Fruchtbarkeit (fecundity):
    hoch (50.000 Eier pro Weibchen) [229]; 50.000-520.000 Eier [2]
  • Trophische Ebene:
    3,2 ± 0,5 (Standardfehler) [229]

Verbreitung

Schollen leben im Nordostatlantik vom Weißmeer bis zur Iberischen Halbinsel. Hauptverbreitungsgebiete sind Nordsee, Skagerrak und Kattegat, und westliche Ostsee bis etwa zur Linie Gotland-Danzig. [2] [229]

Aussehen

In Form und Färbung sieht die Scholle einer Flunder sehr ähnlich. Anders als die Flunder fühlt sich die Scholle durch ihre auffallend kleinen Schuppen völlig glatt an. Zwischen den Augen hat sie eine leistenartige Verdickung aus knöchrigen Höckern. Die (obere) Augenseite des platten, ovalen Fischkörpers variiert je nach Untergrund in den verschiedensten Brauntönungen mit hell- bis dunkelroten Flecken, die bei laichreifen Tieren zusätzlich hell gesäumt sind. Die Unterseite (sog. Blindseite) ist weiß, gelegentlich mit dunklen Flecken. [2] [229]

Wirtschaftliche Bedeutung

Nicht nur für die Küstenfischerei der europäischen Atlantik-Anrainer haben Schollen große wirtschaftliche Bedeutung, auch beim Verbraucher sind sie wegen ihres weißen, schmackhaften Fleisches sehr beliebt. Sie gehören zu den bekanntesten Speisefischen in Deutschland. [2] [14]

Produktarten

frisch, ganz oder als Filet, tiefgefroren und geräuchert. [14] [229]

Bestandsübersicht Scholle

Marktdaten

2014 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 11.256 t (2013: 10.924 t), Marktanteil: 1,1% (mehrere Arten) [13] [14]

  Anlan- dungen (in 1.000 t) Fänge (in 1.000 t) Laicher- biomasse (in 1.000 t) Laicher- biomasse Zustand Fischereiliche Sterblichkeit Anmerkungen (insbesondere Managementplan) Gültigkeit
Kattegat, Belte, Sund (21-23) 1,9 3,9 16,1 + (small) + (small) 05/2015 - 05/2016
Nordsee & Skagerrak (IV, IIIaN) 80,7 133,6 901,7 + (small) + (small) Managementplan ab 2008 06/2015 - 06/2016
Ostsee (24-32) 0,5 1,0 ? ? (small) ? (small) 05/2015 - 05/2016
Westlicher Kanal (VIIe) 1,3 2,1 ? ? (small) ? (small) gemeinsamer TAC für VIId/e 10/2015 - 06/2016
Östlicher Kanal (VIId) 4,3 8,2 70,6 + (small) + (small) gemeinsamer TAC für VIId/e 06/2015 - 06/2016

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

Symbol Biomasse Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
Häkchen innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert angemessen oder unternutzt
Kreuzchen außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert übernutzt
Fragezeichen Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten

Literaturquellen Scholle

  Autor Jahr Titel Quelle
[2] Muus BJ, Nielsen JG 1999 Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3] CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III cites.org
[13] Statistisches Bundesamt Statistisches Bundesamt, Ref. 522
[14] FIZ e.V. Fisch-Informationszentrum e.V. fischinfo.de
[229] Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2011 FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384] IUCN IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 iucnredlist.org