springe zum Inhalt

Fischbestände
Online

Seehecht (6 Arten)

gültig 04/2016-06/2017

Umriss der Fischart Merluccius spp.

Biologische Charakteristika

Unter dem Handelsnamen Seehecht werden verschiedene Seehechtarten zusammengefasst, die in diesem Datenblatt gemeinsam behandelt werden: Europäischer Seehecht (Merluccius merluccius), Nordpazifischer Seehecht (M. productus), Kap-Seehechte (M. capensis und M. paradoxus), Patagonischer Seehecht (M. hubbsi) und Südpazifische Seehechte (M. gayi gayi und M. australis). Seehechte gehören zu den dorschartigen Fischen (Gadiformes). Sie leben tagsüber in Bodennähe und gehen nachts im Freiwasser bis an die Oberfläche auf Jagd. Hauptnahrung sind kleinere Fische wie Sprotten, Heringe, Sardellen, Sardinen und Makrelen, aber auch Tintenfische. Die Jungtiere ernähren sich von verschiedenen Krebstieren. Sie selbst können wichtige Nahrung für verschiedene Meeressäuger sein. Die verschiedenen Arten unternehmen unterschiedliche saisonale Wanderungen. [2] [229]

Kennzahlen

  • Maxima:
    Länge bis (cm): M. productus 91, M. paradoxus 115, M. hubbsi 95, M. gayi gayi 87, M. australis 155, andere 140; Alter bis (Jahre): M. merluccius 20, M. productus 16, M. australis 30, andere k.A.; Masse bis (kg): M. merluccius 15, andere k.A. [229]
  • IUCN-Status:
    M. merluccius, M. paradoxus, M. hubbsi, M. australis nicht bewertet (NE), M. productus, M. capensis nicht gefährdet (LC), M. gayi gayi keine ausreichenden Daten (DD) [384] (Zugriff 27. April. 2016)
    CITES-Status:
    nicht gelistet [3]
  • Widerstandsfähigkeit (resilience):
    M. merluccius, M. productus, M. gayi gayi mittel (min. Populationsverdopplungszeit 1,4-4,4 Jahre), andere niedrig (min. Populationsverdopplungszeit 4,5-14 Jahre [229]
  • Fruchtbarkeit (fecundity):
    M. merluccius 7 Mio. Eier pro Weibchen, andere k.A. [229]
  • Trophische Ebene:
    M. merluccius, M. productus 4,4 ± 0,0, M. capensis 3,9 ± 0,65, M. paradoxus 4,9 ± 0,2, M. hubbsi 4,2 ± 0,67, M. gayi gayi 4,3 ± 0,6, M. australis 4,5 ± 0,79 (Standardfehler) [229]

Verbreitung

Die verschiedenen Seehechtarten kommen weltweit in den gemäßigten Breiten vor. Der Europäische Seehecht ist im Ost-Atlantik von Norwegen und Island bis im Süden nach Mauretanien verbreitet. Hinzu kommen Mittelmeer und die Südküste des Schwarzen Meeres. Der Nordpazifische Seehecht kommt entlang der Nordwest-Küste Nordamerikas von Kanada bis in den nördlichen Teil des Golfes von Kalifornien vor. Die Kap-Seehechte sind in verschiedenen Tiefen im Südost-Atlantik vor der afrikanischen Küste von Angola bis Süd-Afrika verbreitet. Der Patagonische Seehecht kommt im Südwest-Atlantik von Brasilien bis Argentinien sowie um die Falklandinseln vor. Die südpazifischen Seehechte sind ist im Südost Pazifik vor allem vor der chilenischen und peruanischen Küste (M. gayi gayi) bzw. auf den südlich gelegenen Schelfgebieten Feuerlands und Neuseelands zu finden (M. australis). Seehechte sind in der Regel zwischen 0 und 1000 m Wassertiefe verbreitet. [2] [229]

Aussehen

Seehechte haben einen relativ schlanken, silbrigen Körper, der sie als Bewohner des Freiwassers ausweist. Charakteristisch sind die schwarze Mund- und Kiemenhöhle sowie die schwarze Zunge (M. merluccius). Die erste Rückenflosse ist kurz, die zweite Rücken- sowie die Afterflosse sind lang. Im Gegensatz zu anderen dorschartigen Fischen besitzen Seehechte keinen Bartfaden. [2] [229]

Wirtschaftliche Bedeutung

Für die deutsche Fischwirtschaft ist Seehecht inzwischen von recht großer Bedeutung, vor allem die südatlantischen und nordpazifischen Arten. Er rangiert in der Beliebtheitsskala beim Verbraucher mit an vorderster Stelle. Seehecht besitzt ein weißes festes Fleisch, das sich für verschiedene Fischgerichte eignet. [14]

Produktarten

Frisch als ganzer Fisch oder als Filet, tiefgefroren als Fischportionen oder Filet. Darüber hinaus gibt es geräucherte, getrocknete und gesalzene Seehechtprodukte. [2] [14] [229]

Bestandsübersicht Seehecht (6 Arten)

Marktdaten

2015 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 1.426 t (2014: 3.395 t), Marktanteil: 0,1% [13] [14]

  Anlan- dungen (in 1.000 t) Fänge (in 1.000 t) Laicher- biomasse (in 1.000 t) Laicher- biomasse Zustand Fischereiliche Sterblichkeit Anmerkungen (insbesondere Managementplan) Gültigkeit
Kap-Seehecht flach (M. capensis) 14,1 - 156,0 + (small) ? (small) Laicherbiomasse Weibchen 10/2015 - 10/2016
Kap-Seehecht tief (M. paradoxus) 129,8 - 177,0 + (small) ? (small) Laicherbiomasse Weibchen 10/2015 - 10/2016
Neuseel. Chatham Rise HAK4 (M. australis) 0,3 - 17,3 + (small) ?+ (small) Anl. 2014/15, Begutachtung 2012 06/2015 - 10/2016
Neuseel. Sub-Ant. HAK1 (M. australis) 1,7 - 38,0 + (small) ?+ (small) Anl. 2014/15, Begutachtung 2014 06/2015 - 10/2016
Neuseel. Westküste HAK7 (M. australis) 6,2 - 51,2 + (small) ?+ (small) Anl. 2014/15, Begutachtung 2012 06/2015 - 10/2016
Nordostpazifik (M. productus) 190,7 190,7 18.585,0 + (small) + (small) USA und Kanada 03/2016 - 04/2017
Nördlicher europ. (M. merluccius) 89,8 98,9 249,0 + (small) – (small) 06/2015 - 06/2016
Patagon. Seehecht (M. hubbsi) Nord 51,3 - 58,5 ?– (small) ?– (small) 12/2013 - 12/2014
Patagon. Seehecht (M. hubbsi) Süd 287,3 - 494,0 ? (small) ? (small) 12/2013 - 12/2014
Südlicher europ. (M. merluccius) 12,0 14,6 18,9 ? (small) – (small) 06/2015 - 06/2016

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

Symbol Biomasse Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
Häkchen innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert angemessen oder unternutzt
Kreuzchen außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert übernutzt
Fragezeichen Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten

Literaturquellen Seehecht (6 Arten)

  Autor Jahr Titel Quelle
[2] Muus BJ, Nielsen JG 1999 Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3] CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III cites.org
[13] Statistisches Bundesamt Statistisches Bundesamt, Ref. 522
[14] FIZ e.V. Fisch-Informationszentrum e.V. fischinfo.de
[229] Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2011 FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384] IUCN IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 iucnredlist.org