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Fischbestände
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Seezunge

gültig 06/2015-06/2016

Umriss der Fischart Solea solea

Biologische Charakteristika

Die 10 Tage nach Eiablage schlüpfenden, 3-4 Millimeter langen Larven haben zunächst die normale Fischform und schwimmen aufrecht. Bei einer Länge von 12-15 Millimetern beginnt die Umwandlung zum Plattfisch; die auffälligste Veränderung ist das Wandern des linken Auges auf die rechte, später obere Seite. Ältere Seezungen leben in tieferem Wasser. Tagsüber eingegraben in sandigem oder schlammigem Boden (demersal), gehen sie nachts auf Beutesuche (überwiegend dünnschalige Muscheln, Borstenwürmer, Krebse, gelegentlich kleine Fische). Seezungen leben im vollmarinen und brackigen Wasser in 0 – 150 m Tiefe, gewöhnlich 10 - 60 m. Sie gehören zu den südlichen Arten, die in der Nordsee und um die Britischen Inseln an ihrer nördlichen Verbreitungsgrenze leben. Im Winter ziehen sie sich in wärmeres, tieferes Wasser zurück. Die Laichplätze liegen dicht an der Küste; das Wattenmeer und die Flussmündungen sind bevorzugtes Aufwuchsgebiet für die Nordsee Seezunge. [2] [25] [26] [33] [229]

Kennzahlen

  • Maxima:
    Länge: bis 70 cm, Alter: bis 26 Jahre, Masse: bis 3,0 kg [229]
  • IUCN-Status:
    nicht bewertet (NE) (Zugriff 12. Aug. 2015) [384]
    CITES-Status:
    nicht gelistet [3]
  • Widerstandsfähigkeit (resilience):
    mittel (min. Populationsverdopplungszeit 1,4-4,4 Jahre) [229]
  • Fruchtbarkeit (fecundity):
    hoch (100.000 Eier pro Weibchen pro Jahr) [229]; 100.000-150.000 Eier [2]
  • Trophische Ebene:
    3,2 ± 0,1 (Standardfehler) [229]

Verbreitung

Seezungen kommen an den Küsten des Ostatlantiks von Norwegen bis Senegal vor, auch in der westlichen Ostsee, im Mittelmeer und im südwestlichen Schwarzen Meer. Bedeutende Fanggebiete sind die südliche Nordsee, der Ärmelkanal, die Irische See und die Biscaya. [2] [229]

Aussehen

Der Körper ist oval, mit einem abgerundeten Kopf. Die Oberseite ist unscheinbar bräunlich mit großen und unscharfen dunklen Flecken, die Unterseite hellgrau bis weiß. Die Seezunge kann sich zur Tarnung farblich an den Untergrund anpassen. Beide Brustflossen sind voll entwickelt. Die Brustflosse auf der Oberseite hat am Ende einen dunklen Fleck. [2] [229]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Seezunge spielt mengenmäßig nur eine Randrolle im Angebot der Fischwirtschaft. Wegen ihres festen, weißen und besonders wohlschmeckenden Fleisches ist sie jedoch einer der begehrtesten und teuersten Speisefische und ihre wirtschaftliche Bedeutung höher als der Verbrauch vermuten lässt. [2] [14]

Produktarten

Frisch, tiefgefroren, ganz oder als Filet [229]

Bestandsübersicht Seezunge

Marktdaten

2014 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 728 t (2013: 283 t), Marktanteil: 0,1%. [13] [14]

  Anlan- dungen (in 1.000 t) Fänge (in 1.000 t) Laicher- biomasse (in 1.000 t) Laicher- biomasse Zustand Fischereiliche Sterblichkeit Anmerkungen (insbesondere Managementplan) Gültigkeit
Biskaya (VIIIa, b) 3,9 3,9 12,0 – (small) – (small) 06/2015 - 06/2016
Keltische See (VIIf, g) 1,0 1,1 2,6 + (small) – (small) 06/2015 - 06/2016
Nordsee (IV) 13,1 14,6 41,1 + (small) – (small) Managementplan ab 2008 06/2015 - 06/2016
Skagerrak/Kattegat (IIIa, 22-24) 0,3 0,4 1,3 – (small) – (small) 06/2015 - 06/2016
Westlicher Kanal (VIIe) 0,9 - 3,4 + (small) + (small) 06/2014 - 06/2015
Östlicher Kanal (VIId) 4,6 5,2 8,1 + (small) – (small) 06/2015 - 06/2016

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

Symbol Biomasse Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
Häkchen innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert angemessen oder unternutzt
Kreuzchen außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert übernutzt
Fragezeichen Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten

Literaturquellen Seezunge

  Autor Jahr Titel Quelle
[2] Muus BJ, Nielsen JG 1999 Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3] CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III cites.org
[13] Statistisches Bundesamt Statistisches Bundesamt, Ref. 522
[14] FIZ e.V. Fisch-Informationszentrum e.V. fischinfo.de
[25] Burt GJ , Millner RS 2008 Movements of sole in the southern North Sea and eastern English Channel from tagging studies (1955 2004) Cefas Lowestoft, Sci Ser Tech Rep 144:44pp
[26] Rijnsdorp AD, Van Beek FA, Flatman S, Millner RM, Riley JD, Giret M, De Clerck R 1992 Recruitment of sole stocks, Solea solea (L.), in the northeast Atlantic Netherlands Journal of Sea Research 29:173 192
[33] Rijnsdorp AD, Peck MA, Engelhard GH, Möllmann C, Pinnegar JK 2009 Resolving the effect of climate change on fish populations ICES Journal of Marine Science 66:1570-1583
[229] Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2011 FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384] IUCN IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 iucnredlist.org