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Fischbestände
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Steinbutt

gültig 06/2016-06/2017

Umriss der Fischart Scophthalmus maximus

Biologische Charakteristika

Scophthalmus maximus wird auf den meisten taxonomischen Seiten als gültiger wissenschaftliche Name für den Steinbutt geführt (Stand 03. Juli 2012). Der Name Psetta maxima ist ein Synonym das ebenfalls noch Verwendung findet. Der Steinbutt lebt in flachen Küstengewässern auf sandigem, steinigem oder gemischtem Grund in etwa 20-70 m Tiefe. Die Laichzeit liegt in einem Großteil des Verbreitungsgebietes zwischen April und August; Eier und Larven schwimmen frei im Wasser. Die Larven haben zunächst die normale Fischform und schwimmen aufrecht. Bei einer Länge von 2,5 cm gehen sie im flachen Wasser zum Bodenleben über. Während der Umwandlung zum Plattfisch wandert das rechte Auge über den Rücken auf die später obere Seite (linksäugiger Plattfisch). Steinbutt ist einer der am schnellsten wachsenden Plattfische, nur Heilbutt wächst schneller. Innerhalb von drei Jahren werden Längen von 30 cm erreicht. Die Weibchen wachsen schneller als die Männchen. Die Nahrung besteht hauptsächlich aus anderen Grundfischen (u.a. Sandaale und Grundeln) freischwimmenden Fischen (Sprott und Hering) und in geringerem Maße auch aus Krebsen und Muscheln. [2] [229] [389] [390] [391] [392] [551]

Kennzahlen

  • Maxima:
    Länge: bis 100 cm, Alter: bis 25 Jahre, Masse: bis 25,0 kg [229]
  • IUCN-Status:
    nicht bewertet (NE) [384] (Zugriff am 17. Juni 2016)
    CITES-Status:
    nicht gelistet [3]
  • Widerstandsfähigkeit (resilience):
    mittel (Populationsverdopplungszeit 1,4 - 4,4 Jahre) [229]
  • Fruchtbarkeit (fecundity):
    5 Mio. Eier pro Weibchen [229]
  • Trophische Ebene:
    4,4 ± 0,0 (Standardfehler) [229]

Verbreitung

Der Steinbutt kommt entlang der gesamten europäischen Küsten einschließlich des Mittelmeeres und einem Großteil der Ostsee (ohne bottnischen Meerbusen) vor. Im Norden reicht seine Verbreitung bis an den Polarkreis (70°N), nach Süden ist er bis an die nordafrikanische Küste (Marokko, 30°N) zu finden. Im Schwarzen Meer kommt eine andere Art Steinbutt vor (Psetta/Scophthalmus maeoticus). [2] [229] [392]

Aussehen

Der Steinbutt hat einen fast runden Körper. Die Rückenflosse beginnt vor dem oberen Auge. Die Augenseite hat keine Schuppen, aber große steinartige Höcker, die ihm seinen Namen gaben. Die Oberseite ist dunkel gefärbt, die Unterseite, auch Blindseite genannt, ist hingegen hell. Die Augen liegen auf der linken Körperseite, der Steinbutt ist also ein linksäugiger Plattfisch. [2] [229]

Wirtschaftliche Bedeutung

Steinbutt gilt neben der Seezunge als edelster Plattfisch. Er hat festes, zartes Fleisch mit einer feinen Struktur und einen besonderen Eigengeschmack. Steinbutt ist ein wertvoller Beifang in Nord- und Ostsee, es gibt aber auch gerichtete Fischereien. Neben dem Wildfang ist er auch aus der Aquakultur (vor allem aus Spanien und Frankreich) erhältlich. [2] [14] [385]

Produktarten

Steinbutt wird frisch und tiefgefroren, ganz oder als Filet angeboten. Er eignet sich für verschiedenste Zubereitungsarten. [2] [14]

Bestandsübersicht Steinbutt

Marktdaten

2015 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 758 t (2014: 757 t), Marktanteil: 0,075% [13] [14]

  Anlan- dungen (in 1.000 t) Fänge (in 1.000 t) Laicher- biomasse (in 1.000 t) Laicher- biomasse Zustand Fischereiliche Sterblichkeit Anmerkungen (insbesondere Managementplan) Gültigkeit
Kattegat/Skagerrak (IIIa) 0,1 0,1 ? ? (small) ? (small) 06/2015 - 06/2016
Nordsee (IIIa, IV) 2,9 3,0 ? ?– (small) ?– (small) Anl. vorläufig 06/2015 - 06/2016
Ostsee (22-32) 0,2 - ? ? (small) ? (small) 05/2016 - 05/2017

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

Symbol Biomasse Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
Häkchen innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert angemessen oder unternutzt
Kreuzchen außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert übernutzt
Fragezeichen Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten

Literaturquellen Steinbutt

  Autor Jahr Titel Quelle
[2] Muus BJ, Nielsen JG 1999 Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3] CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III cites.org
[13] Statistisches Bundesamt Statistisches Bundesamt, Ref. 522
[14] FIZ e.V. Fisch-Informationszentrum e.V. fischinfo.de
[229] Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2011 FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384] IUCN IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 iucnredlist.org
[385] Europäische Kommission European Atlas of the Seas europa.eu
[389] Appeltans W, Bouchet P, Boxshall GA, Fauchald K, Gordon DP, Hoeksema BW, Poore GCB, van Soest RWM, Stöhr S, Walter TC, Costello MJ 2011 World Register of Marine Species, WoRMS marinespecies.org
[390] Integrated Taxonomic Information System (ITIS) Homepage itis.gov
[391] Bailly N, Chanet B 2010 Scophthalmus Rafinesque, 1810: The valid generic name for the turbot, S. maximus (Linnaeus, 1758) (Pleuronectiformes: Scophthalmidae) Cybium 34 (3):257-261
[392] ICES 2010 Report of the Working Group on Assessment of New MoU Species (WGNEW), 11-15 October 2010, ICES HQ, Denmark. ICES CM 2010/ACOM: 21. 185 pp. ices.dk
[551] Eschmeyer WN (ed.) Catalog of Fishes. California Academy of Sciences (http://research.calacademy.org/research/ichthyology/catalog/fishcatmain.asp) Electronic version accessed 07 Nov. 2012. calacademy.org