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Fischbestände
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Sardine

gültig 07/2014-07/2015

Umriss der Fischart Sardina pilchardus

Biologische Charakteristika

Die Sardine wird auch Atlantische oder Europäische Sardine genannt, seltener im deutschsprachigen Raum auch Pilchard, dann meist für größere Exemplare.
Die Sardine ist ein kleiner heringsartiger Schwarmfisch, der in der freien Wassersäule auf dem Kontinentalschelf lebt (pelagisch). Tagsüber ist sie auch in größeren Wassertiefen (bis 100m) zu finden, nachts meist flacher in 10-35m Tiefe. Sardinen unternehmen ausgedehnte Wanderungen zwischen Laich- und Nahrungsgebieten.
Sie ernähren sich hauptsächlich von Kleinkrebsen, Fischeiern und Fischlarven, sie selbst sind ein wichtiger Futterfisch für andere Fischarten und Meeressäuger. [2] [229]

Kennzahlen

  • Maxima:
    Länge: bis 27,5 cm, Alter: bis 15 Jahre, Masse: k. A. [229]
  • IUCN-Status:
    nicht bewertet (NE) [384] (Zugriff am 30. Juli 2014)
    CITES-Status:
    nicht gelistet [3]
  • Widerstandsfähigkeit (resilience):
    mittel (min. Populationsverdopplungszeit 1,4-4,4 Jahre) [229]
  • Fruchtbarkeit (fecundity):
    50.000 - 60.000 Eier pro Weibchen) [2]
  • Trophische Ebene:
    3,1 ± 0,2 (Standardfehler) [229]

Verbreitung

Die europäische Sardine lebt im Nordostatlantik von Island (hier allerdings selten) über die Nordsee bis Gibraltar. Darüber hinaus ist sie im Mittleren Ostatlantik bis nach Senegal (Bay de Gorée) verbreitet. Sardinen kommen auch im Mittelmeer vor, wobei sie im westlichen Teil und in der Adria üblich sind, im östlichen Teil hingegen selten. Außerdem sind sie im Marmarameer und im Schwarzen Meer verbreitet. Ihre Verbreitung wird auch von wechselnden Umweltbedingungen beeinflusst, bei niedrigen Wassertemperaturen kommen sie weiter südlich vor (Senegal). [2] [229]

Aussehen

Der Rücken der Sardinen ist blaugrün oder grünlich, die Bauchseiten silbern. Auf den oberen Seiten findet sich eine Reihe dunkler Flecken, die aber nicht immer stark ausgeprägt sind. Der untere Teil des Kiemendeckels ist strahlenförmig gefurcht (3 bis 5 deutliche Riefen). Die Schuppen sind vergleichsweise groß. Mit 30 Schuppen entlang der Körpermitte, den auffälligen Kiemendeckeln und den dunklen Flecken (allerdings nicht immer vorhanden) kann man die Sardine relativ leicht von verwandten Arten wie Hering und Sardinella unterscheiden. Der Unterkiefer ist etwas länger als der Oberkiefer (oberständiges Maul). [2] [229]

Wirtschaftliche Bedeutung

Die Sardine ist eine wichtige befischte Art im Nordostatlantik (FAO 27), im mittleren Ostatlantik (FAO 34) und im Mittelmeer und Schwarzen Meer (FAO 37. [2] [14]

Produktarten

Frisch vom Eis, tiefgefroren, getrocknet, gesalzen, geräuchert oder als Vollkonserve (Ölsardine) [14] [229]

Bestandsübersicht Sardine

Marktdaten

2013 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 6.171 t (2012: 6.559 t), Marktanteil: 0,6% [13] [14]

  Anlan- dungen (in 1.000 t) Fänge (in 1.000 t) Laicher- biomasse (in 1.000 t) Laicher- biomasse Zustand Fischereiliche Sterblichkeit Anmerkungen (insbesondere Managementplan) Gültigkeit
Iberische Gewässer (VIIIc, IXa) 46,0 - ? ?– (small) ? (small) 07/2014 - 07/2015
Keltische Meere & Biskaya (VIIIa,b,d, VII) 45,3 - ? ? (small) ?+ (small) Fangempfehlung gilt 2016 & 2017, Anld. 2014 06/2015 - 06/2017

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

Symbol Biomasse Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
Häkchen innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert angemessen oder unternutzt
Kreuzchen außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert übernutzt
Fragezeichen Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten

Literaturquellen Sardine

  Autor Jahr Titel Quelle
[2] Muus BJ, Nielsen JG 1999 Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3] CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III cites.org
[13] Statistisches Bundesamt Statistisches Bundesamt, Ref. 522
[14] FIZ e.V. Fisch-Informationszentrum e.V. fischinfo.de
[229] Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2011 FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384] IUCN IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 iucnredlist.org