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Fischbestände
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Hering

gültig 06/2016-05/2017

Umriss der Fischart Clupea harengus

Biologische Charakteristika

Hering ist ein kleiner Schwarmfisch, der in der freien Wassersäule lebt (pelagisch). Die Heringsschwärme sind an Schelfgebiete gebunden (Wassertiefe 0-360 m). Tagsüber bilden sie in vielen Gebieten charakteristische "Heringspfähle" in Bodennähe, die sich abends auflösen, wenn die tägliche Vertikalwanderung an die Oberfläche beginnt. Heringe zeigen komplexe und ausgedehnte Wanderungen zwischen Nahrungs- und Laichgründen und Überwinterungsplätzen; die Jugendstadien sind oft von den Erwachsenen räumlich getrennt. Der Laich wird am Meeresboden festgeheftet, das Substrat ist bestandspezifisch. Heringe ernähren sich überwiegend von Kleinkrebsen, die sie optisch jagen - sie können aber auch zum Filtrieren übergehen, wenn die Nahrungsdichte geeignet ist. Heringe können sehr gut hören und werden durch laute Geräusche verscheucht. Sie sind als Beute vieler Meerestiere für das marine Ökosystem von großer Bedeutung. In der Ostsee sind sie ausgesprochen salzgehaltstolerant und laichen noch im nördlichen Bottnischen Meerbusen bei einer Salinität von unter 2. Hier wachsen sie allerdings sehr langsam. Im Nordostatlantik kommen mindestens 14 Heringsbestände mit noch mehr Komponenten und in allen Größen vor (50.000 bis zwölf Mio. t Laicherbiomasse), die sich in den letzten Jahren sehr unterschiedlich entwickelt haben. [2] [229]

Kennzahlen

  • Maxima:
    Länge: bis 45 cm, Alter: bis 25 Jahre, Masse: bis 1,1 kg [229]
  • IUCN-Status:
    nicht gefährdet (LC) [384] (Zugriff 17. Juni 2016)
    CITES-Status:
    nicht gelistet [3]
  • Widerstandsfähigkeit (resilience):
    mittel (min. Populationsverdopplungszeit 1,4-4,4 Jahre) [229]
  • Fruchtbarkeit (fecundity):
    hoch (17.300-301.000 Eier pro Weibchen) [229] ; 20.000-50.000 Eier [2]
  • Trophische Ebene:
    3,4 ± 0,1 (Standardfehler) [229]

Verbreitung

Heringe leben im Übergangsgebiet zwischen nördlicher, gemäßigter und polarer Zone. Sie kommen nicht nur in Ost- und Nordsee vor, sondern im gesamten Nordatlantik nördlich der Biskaya bis Nord-Norwegen, und von Grönland bis North Carolina. [2] [229]

Aussehen

Der Rücken des Herings leuchtet in allen Farben von gelbgrün über blauschwarz bis blaugrün mit einem dezenten Purpurschimmer. Der Bauch ist weiß, die Flanken glänzen silbrig – „Silber des Meeres“ werden Heringsschwärme auch genannt. Nach dem Fang wird er eher unscheinbar grünblau. Der Unterkiefer ist länger als der Oberkiefer (leicht oberständiges Maul). Junge Heringe können leicht mit Sprotten verwechselt werden. Die Bauchflosse des Herings sitzt hinter dem vorderen Ende der Rückenflosse, bei Sprotten sitzt sie davor oder auf gleicher Höhe. [2] [229]

Wirtschaftliche Bedeutung

20 Prozent des in der Bundesrepublik Deutschland angebotenen Fisches entfallen auf Heringe und Heringsprodukte. [2] [14]

Produktarten

frisch oder als Filet, als Marinade oder in Fischsalaten (Feinkost), geräuchert und gebraten, in Konserven. [14] [229]

Bestandsübersicht Hering

Marktdaten

2015 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 160.548 t (2014: 149.734 t), Marktanteil: 15,9% [13] [14]

  Anlan- dungen (in 1.000 t) Fänge (in 1.000 t) Laicher- biomasse (in 1.000 t) Laicher- biomasse Zustand Fischereiliche Sterblichkeit Anmerkungen (insbesondere Managementplan) Gültigkeit
FAO21 Bonavista-Trinity Bay (3L) 2,1 - ? ? (small) ? (small) Anl. 2010 05/2012 - 01/2014
FAO21 Fortune Bay (3P) 2,6 - ? ? (small) ? (small) Anl. 2010 05/2012 - 01/2014
FAO21 Gulf St. Lawrence S. Frühjahrsl. (4T) 1,4 - 18,3 ?– (small) ?+ (small) 05/2012 - 04/2014
FAO21 Gulf St. Lawrence S. Herbstl. (4T) 38,4 - 183,8 ?+ (small) ?+ (small) 05/2012 - 04/2014
FAO21 Gulf of Maine/Georges Bank (5YZ) 85,0 85,0 517,9 + (small) + (small) 06/2012 - 06/2015
FAO21 Neufundland W. (4R) - 20,5 ? ? (small) ? (small) Frühjahrs- und Herbstlaicher 05/2012 - 02/2014
FAO21 Nova Scotia/Bay of Fundy (4VWX) 52,0 - ? ? (small) ? (small) Anl. 2012 mehrere Laichkomponenten 04/2013 - 05/2014
FAO21 Quebec (4S) 0,4 - ? ? (small) ? (small) Anl. 2010 05/2012 - 01/2015
FAO21 St. Mary-Placentia Bay (3LP) 1,0 - ? ? (small) ? (small) Anl. 2010 05/2012 - 01/2014
FAO21 White-Notre Dame Bay (3K) 0,5 - ? ? (small) ? (small) Anl. 2010 05/2012 - 01/2014
FAO27 Irische See (VIIa) 5,2 5,2 17,6 + (small) + (small) 06/2015 - 06/2016
FAO27 Isländischer Sommerlaicher (Va) 95,0 95,0 342,0 + (small) – (small) 06/2015 - 06/2016
FAO27 Keltische See (VIIa, VIIghjk) 18,9 19,6 127,0 + (small) + (small) 06/2015 - 06/2016
FAO27 Nordsee Herbstlaicher (IIIa, IV, VIId) 494,1 494,1 2.008,2 + (small) + (small) Managementplan ab 1997/2009/2014 05/2016 - 05/2017
FAO27 Norwegischer Frühjahrslaicher (I, II) 461,3 - 3.946,0 – (small) + (small) Managementplan ab 1999 10/2015 - 10/2016
FAO27 Rigaer Meerbusen (28.1) 32,9 32,9 78,2 + (small) – (small) nur Lat. & Est Fischerei 05/2016 - 05/2017
FAO27 Westlich Irl. & Schottl. (VIa, VIIbc) 26,0 26,0 194,2 – (small) + (small) vormals 2 Bestände 06/2015 - 06/2016
FAO27 Zentrale Ostsee (25-29, 32) 174,4 174,4 1.056,6 + (small) + (small) 05/2016 - 05/2017
FAO27 nördl. Bottn. Meerbusen (31) 4,5 4,5 ? ? (small) ? (small) 05/2016 - 05/2017
FAO27 südl. Bottn. Meerbusen (30) 110,4 110,4 951,5 + (small) + (small) 05/2016 - 05/2017
FAO27 westliche Ostsee (22-24, IIIa) 37,5 37,5 143,0 + (small) + (small) 05/2016 - 05/2017

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

Symbol Biomasse Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
Häkchen innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert angemessen oder unternutzt
Kreuzchen außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert übernutzt
Fragezeichen Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten

Literaturquellen Hering

  Autor Jahr Titel Quelle
[2] Muus BJ, Nielsen JG 1999 Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3] CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III cites.org
[13] Statistisches Bundesamt Statistisches Bundesamt, Ref. 522
[14] FIZ e.V. Fisch-Informationszentrum e.V. fischinfo.de
[229] Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2011 FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384] IUCN IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 iucnredlist.org