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Fischbestände
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Grundschleppnetze

DE: Grundschleppnetze
EN: Bottom trawls (demersal trawls)
FAO -Alpha-Code: keiner
ISSCFG: 03.1.0


Grundschleppnetze sind Schleppnetze, die für den Einsatz am Boden oder in Bodennähe konzipiert sind und auf entsprechende Länge getakelt (eingestellt) werden können. Die Netzöffnung ist von einer Kopfleine (oben) und einem Grundtau (unten) umgeben. Das Grundtau ist mit Gummischeiben, Rollen oder anderen Abstandhaltern ausgestattet, um das Gerät vor Beschädigung zu schützen, bei besonders rauem oder unreinem Boden sorgen „rock hoppers“ (Hopser aus großen Gummischeiben, Gummi- oder Stahlkugeln) für den Schutz des Gerätes. In der Regel sorgt der Bodenkontakt für eine erfolgreiche Fischerei, es gibt aber auch Zielarten, für die das Netz einige Meter über dem Boden geschleppt wird. Die Netze unterscheiden sich je nach Einsatzgebiet und Zielart erheblich. Nach Art der horizontalen Netzöffnung unterscheidet man verschiedene Kategorien von Grundschleppnetzen: Grundscherbrettnetze, Zweischiffgrundschleppnetze, Grundscherbrett-Hosennetze und Baumkurren.

Zielarten: Grundfische (z.B. Plattfische, dorschartige Fische), Garnelen und semi-demersale Arten, die über dem Boden leben (z.B. Seelachs). Der weitaus größte Teil  des Meeresfisches auf dem deutschen Markt kommt derzeit aus Grundschleppnetz -Fischereien.

Einsatzgebiete: Weltweit, hauptsächlich im Meer, seltener in Binnengewässern, in flacherem Wasser bis in Tiefen von 2.000 m.

Umwelteinflüsse: Durch den Einsatz von Grundschleppnetzen können Bodenlebensgemeinschaften geschädigt werden, indem festsitzende und im Boden lebende Organismen (inkl. Bewuchs) geschädigt und/oder entfernt werden. Die Entnahme kann einen Einfluss auf das Ökosystem haben, wenn sich durch die Befischung Artenzusammensetzung, Biomasse und Nahrungsgefüge verändern. Der Einfluss kann aber je nach Einsatzort und Bodenbeschaffenheit unterschiedlich sein. Besonders empfindlich sind Gebiete mit langsam wachsenden Kaltwasserkorallen und Schwammgemeinschaften, bekannte Vorkommen sind aber inzwischen meist für die Fischerei mit Grundschleppnetzen geschlossen.
Bei Weichboden kann es zum Aufwirbeln und Abtragen von Sediment kommen. Der Einfluss ist in Gebieten, die generell stark von Strömungen und/oder Gezeiten beeinflusst sind, meist nur temporär. Auch auf sandigem Boden konnten bisher keine großen Veränderungen festgestellt werden. Weitere Forschung auf diesem Gebiet ist erforderlich.
Einige Zielarten, die mit Grundschleppnetzen gefangen werden, schwimmen deutlich über dem Meeresboden (z.B. Seelachs in der Nordsee). Bei dieser Fischerei werden die Netze entsprechend getakelt und können mit geringer oder gelegentlicher Grundberührung eingesetzt werden, der negative Einfluss auf den Meeresboden kann dadurch minimiert werden.
In der Fischerei mit Grundschleppnetzen kann es zu unerwünschten Beifängen und Rückwurf von zu kleinen (untermaßigen) Fischen und von Nichtzielarten kommen. Durch größere Maschenweiten und/oder besondere Einrichtungen am Fanggerät (Sortiergitter, Fluchtfenster) wird der unerwünschte Beifang reduziert. Die verschiedenen Techniken finden Sie bei den jeweiligen Grundschleppnetztypen: Grundscherbrettnetze, Zweischiffgrundschleppnetze und Baumkurren.

Fischereifahrzeuge: Kleine offene Boote mit Außenbordmotor bis hin zu großen Trawlern mit 5.900 kW Maschinenleistung und einer Größe von 3.000 GT. Bei der Zweischiff- Grundschleppnetz -Fischerei werden zwei Fahrzeuge eingesetzt.

Literaturquellen