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Fischbestände
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Sprotte

gültig 05/2016-06/2017

Umriss der Fischart Sprattus sprattus

Biologische Charakteristika

Die Europäische Sprotte (Sprattus sprattus) ist auch als Sprott, Brisling oder Breitling bekannt. Sie ist ein in der freien Wassersäule (pelagisch) lebender kleiner Schwarmfisch, der besonders in Fjorden und küstennahen Gewässern vorkommt. Tagsüber halten sich die Sprottschwärme in Bodennähe auf und steigen nachts unter Auflösung des Schwarmes zur Oberfläche. Sie ernähren sich von Zooplankton und sind selbst wichtiges Futter für viele Raubfische. Die Sprotte zählt wie z.B. die Sardelle zu den kurzlebigen Arten, die ein besonderes Management erfordern; in der Ostsee wird sie dagegen älter. Sprotten sind tolerant gegen niedrige Salzgehalte und haben daher auch Brackwassermeere besiedelt. [2] [229]

Kennzahlen

  • Maxima:
    Länge: bis 16 cm, Alter: bis 6 Jahre, Masse k.A. [229]
  • IUCN-Status:
    nicht bewertet (NE) [384] (Zugriff 17. Juni 2016)
    CITES-Status:
    nicht gelistet [3]
  • Widerstandsfähigkeit (resilience):
    mittel (min. Populationsverdopplungszeit 1,4-4,4 Jahre [229]
  • Fruchtbarkeit (fecundity):
    6.000 - 14.000 Eier pro Weibchen [2]
  • Trophische Ebene:
    3,0 ± 0,07 (Standardfehler) [229]

Verbreitung

Sprotten sind im Nordostatlantik von Norwegen bis nach Marokko verbreitet. Man findet sie in Nord- und Ostsee, sowie im Mittelmeer, der Adria und im Schwarzen Meer. [2] [229]

Aussehen

Sprotten haben einen blau bis blaugrauen Rücken, die Seiten und der Bauch sind silbrig gefärbt. Sie ähneln im Aussehen den Heringen, sind jedoch kleiner und können daher leicht mit jungen Heringen verwechselt werden. Die Basis der Bauchflosse liegt allerdings anders als beim Hering vor oder unter dem vorderen Ende der Rückenflosse, der Körper wirkt insgesamt gedrungener und die Augen sind kleiner. Als Erkennungsmerkmal können auch die Kielschuppen zwischen Bauch- und Afterflosse dienen. Sie sind scharf geknickt, mit nach hinten gerichteten Spitzen, an denen man beim Streichen von hinten nach vorne hängen bleibt. [2] [229]

Wirtschaftliche Bedeutung

Trotz ihrer geringen Größe ist die Sprotte von recht großer wirtschaftlicher Bedeutung. [2] [14]

Produktarten

In Deutschland werden Sprotten in geräucherter Form (Kieler Sprotten) besonders geschätzt. Außerdem kommen sie in Konserven in den Handel und werden oft als (unechte) „Anchovis“ vermarktet. Ein großer Teil der internationalen Fänge geht in die Fischmehlproduktion. [14] [229]

Bestandsübersicht Sprotte

Marktdaten

2015 (vorl.): Verbrauch in Deutschland: 11 t (2014: keine Daten), Marktanteil: 0,001% [13] [14]

  Anlan- dungen (in 1.000 t) Fänge (in 1.000 t) Laicher- biomasse (in 1.000 t) Laicher- biomasse Zustand Fischereiliche Sterblichkeit Anmerkungen (insbesondere Managementplan) Gültigkeit
Nordsee (IV) 290,4 290,4 208,9 + (small) ? (small) 06/2016 - 06/2017
Ostsee (22-32) 247,2 247,2 1.343,0 + (small) – (small) 05/2016 - 05/2017
Schwarzes Meer 27,3 - 179,5 ? (small) ? (small) 12/2014 - 12/2015
Skagerrak/Kattegat (IIIa) 13,3 - ? ? (small) ? (small) 06/2016 - 06/2017
kelt. See, westl. Schottl. (VI, VIIa-cfk) 4,4 4,4 ? ? (small) ? (small) 06/2015 - 06/2017
Ärmelkanal (VIIde) 3,0 3,0 ? ? (small) ? (small) 06/2016 - 06/2017

Klassifizierung nach dem Ansatz des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrages (MSY), durch den ICES oder analog zu dessen Einteilung:

Symbol Biomasse Bewirtschaftung (fischereiliche Sterblichkeit)
Häkchen innerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert angemessen oder unternutzt
Kreuzchen außerhalb der Schwankungsbreite um den Zielwert übernutzt
Fragezeichen Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten Zustand unklar, Referenzpunkte nicht definiert und/oder unzureichende Daten

Literaturquellen Sprotte

  Autor Jahr Titel Quelle
[2] Muus BJ, Nielsen JG 1999 Die Meeresfische Europas Franckh-Kosmos Verlag
[3] CITES Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora, Appendices I, II and III cites.org
[13] Statistisches Bundesamt Statistisches Bundesamt, Ref. 522
[14] FIZ e.V. Fisch-Informationszentrum e.V. fischinfo.de
[229] Froese, R. and D. Pauly. Editors. 2011 FishBase. World Wide Web electronic publication.
www.fishbase.org, version (06/2011).
fishbase
[384] IUCN IUCN Red List of Threatened Species. Version 2011.2. Downloaded on 09 February 2012 iucnredlist.org