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Fischbestände
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Glossar

adult
Definition:erwachsen, geschlechtsreif
anadrom
Definition:Fische mit lebens- oder jahreszyklischen Wanderungen zwischen Meer und Flüssen mit Laichgebiet im Süßwasser z.B. Lachse, Störe
ASMFC
Akronym von:Atlantic States Marine Fisheries Commission

Die ASMFC wurde 1942 von 15 US-Amerikanischen Atlantik- Küstenstaaten gegründet. Die Kommission wirkt beratend und koordiniert den Schutz und das Management von gemeinsamen küstennahen Fischereiressourcen. Heutige Mitglieder sind Maine, New Hampshire, Massachusetts, Rhode Island, Connecticut, New York, New Jersey, Pennsylvania, Delaware, Maryland, Virginia, North Carolina, South Carolina, Georgia und Florida.

Ästuar
Definition:Trichtermündung eines Flusses
ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ)
Definition:Meeresgebiet zwischen 12 und 200 Seemeilen Entfernung von der Küstenlinie

Die deutschen Gewässer in Nord- und Ostsee unterteilen sich in die 12-Seemeilen-Zone (das sog. „Küstenmeer“) und die AWZ. Das Küstenmeer ist deutsches Hoheitsgebiet und unterliegt der Zuständigkeit des jeweiligen Bundeslandes. Seewärts der 12-Seemeilen-Grenze bis maximal 200 sm Entfernung zur Küste befindet sich die ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) , an die sich die hohe See (also internationale Gewässer) anschließt. In Nord- und Ostsee liegt die deutsche AWZ im Wesentlichen auf dem sog. Festlandsockel. Den Festlandsockel bildet der seewärts des Küstenmeeres gelegene Meeresboden und Meeresuntergrund der Unterwassergebiete bis zu einer Ausdehnung von maximal 200 sm. In der Ostsee ist die deutsche AWZ – aufgrund der angrenzenden AWZ der Nachbarstaaten – sehr viel kleiner als in der Nordsee. Die heutige Ausdehnung der AWZ von 200 sm ist auch auf die sogenannten Kabeljaukriege vor Island zurückzuführen.

AWI
Akronym von:Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
AWZ
Akronym von:ausschließliche Wirtschaftszone
Baumkurre
Definition: Grundschleppnetz , dessen horizontale Spreizung durch einen drei bis zehn Meter langen Kurrbaum aus Holz oder Metall aufrechterhalten wird.

Die Baumkurre hat nur eine geringe vertikale Öffnung, die durch die Höhe der an den Kurrschuhen an beiden Enden des Kurrbaums angebrachten Bügel begrenzt ist. Baumkurren werden über einen Hahnepot nur durch eine Kurrleine geschleppt. Sie wird vor allem in der gemischten Plattfischfischerei und der Garnelenfischerei eingesetzt. Durch den hohen Reibungswiderstand ist diese Fangmethode sehr energieaufwändig, durch das Eindringen der Scheuchketten in den Meeresboden sind die Auswirkungen auf Bodenlebewesen besonders hoch.

Beifang
Definition:Teil des Fangs, der nicht zu der oder den Zielarten des betreffenden Fanggeräts zählt,

aber beim gegenwärtigen Stand der Technik weitgehend unbeabsichtigt und/oder unvermeidbar mitgefangen wird. Beifang kann durchaus erwünscht sein (z.B. seltene, aber wertvolle Speisefische wie Steinbutt); viele andere Wassertiere und Wasserpflanzen gehören dagegen zum unerwünschten Beifang und werden häufig verworfen (siehe Discards).

Benthal
Definition:Lebensraum am Meeresboden
Benthisch
Definition:Den Meeresboden betreffend
Benthos
Definition:Gesamtheit der auf dem Meeresgrund lebenden Organismen
BFAFi
Akronym von:Bundesforschungsanstalt für Fischerei
BGBl
Akronym von:Bundesgesetzblatt
BLE
Akronym von:Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
Blim
Abkürzung von:Limit-Referenzpunkt für die Laicherbiomasse (nach Vorsorgeansatz),

der in keinem Fall unterschritten werden sollte, damit die Reproduktionsfähigkeit eines Bestandes nicht eingeschränkt wird.

BMELV
Akronym von:Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Bonn und Berlin
Bmgmt
Definition:auch Bmgt, Referenzwert für die Laicherbiomasse im Rahmen eines Managementplanes.

Beim Bestand Hering: Nordsee-Herbstlaicher werden mit Bmgmt die Triggerwerte bezeichnet, die eine Reaktion des Managements erfordern.

BML
Abkürzung von:Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten
BMU
Akronym von:Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
BMVEL
Akronym von:Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft
BMZ
Akronym von:Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit
boreal
Definition:dem nördlichen Klima zugehörend
Bpa
Abkürzung von:Vorsorge-Referenzpunkt für die Laicherbiomasse (nach dem Vorsorgeansatz)

Sicherheitsabstand zum Limit-Referenzpunkt, der Unsicherheiten in der Bestandabschätzung mit einschließt. Oberhalb Bpa besitzt der Bestand die volle Reproduktionskapazität („grüner Bereich“), unterhalb steigt dagegen die Gefahr, dass die Laicherbiomasse tatsächlich schon geringer als Blim ist und damit keine ausreichende Kapazität zur Produktion von genügend Nachkommen mehr hat.  

Btgt
Abkürzung von:Btarget: Vorgabe- oder Zielwert für die Laicherbiomasse nach Managementplan oder Nutzungsregel
Btrig
Abkürzung von: Btrigger : siehe Btrigger
Btrigger
Definition: Laicherbiomasse , die eine bestimmte Management-Reaktion hervorruft.

Im MSY-Kontext beschreibt dieser Punkt die untere Grenze des Schwankungsbereiches um Bmsy.

BVFisch
Akronym von:Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V.
BVL
Akronym von:Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V.
bzw.
Abkürzung von:beziehungsweise
CITES
Akronym von:Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Flora and Fauna: Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen

demersal
Definition:dicht am Meeresgrund lebend (Tier) oder eingesetzt (Fanggerät)
Discard, discarding
Definition:Rückwürfe, rückwerfen
div.
Abkürzung von:division
Dredge
Definition:Ein bestimmter Typ Grundschleppnetz

Eine Dredge besteht aus einem auf einen Rahmen montierten Netzsack oder Metallkorb von unterschiedlicher Form und Breite, dessen unterer Teil mit einer pflugscharartig ausgebildeten, mitunter gezahnten Stahlkante ausgerüstet ist. Die mit einer Stahltrosse gezogene Dredge wird im Allgemeinen in der Muschelernte eingesetzt.
Zielarten: Auf dem Grund lebende Muschelarten (Jakobsmuscheln, Austern, Miesmuscheln) und im Sediment eingegraben lebende Muschelarten (Herzmuscheln, Venusmuscheln, Trogmuscheln usw.). Ein bestimmter Dredgentyp mit Netzsack und Depressor wird manchmal auch für die Fischerei auf Seezunge eingesetzt (das ist zum Beispiel der Fall beim "Rapido" in Italien).

Empfindlichkeit
Definition:Maß für die Empfindlichkeit einer Fischart gegenüber dem Aussterben durch fischereilichen Einfluss
Entrainment hypothesis
Definition:Hypothese, dass Erstlaicher die Verhaltensmuster und das Wanderungsverhalten der älteren Tiere, die zum wiederholten Male laichen, annehmen (vgl. homing).
et al.
Abkürzung von:lateinisch: und andere
EU
Akronym von:Europäische Union
EWG
Akronym von:Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
F
Abkürzung von:Fischereiliche Sterblichkeit
FABC
Abkürzung von:Referenzwert für die fischereiliche Sterblichkeit in Bezug zum akzeptablen Fang (ABC = Acceptable Biological Catch), z.B. bei den Alaska-Seelachs Beständen in US-Gewässern
FAO
Akronym von:Food and Agricultural Organisation of the United Nations:

Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Rom. www.fao.org

FAO -Fanggebiet
Definition:Einteilung der Weltmeere durch die FAO in 19 Fanggebiete für statistische Zwecke.

Diese Fanggebiete tragen sowohl eine Nummer, als auch einen gebietsspezifischen Namen. Die Grenzen folgen wenn möglich den Grenzen zwischenstaatlicher Fischereiabkommen oder -organisationen. Die FAO -Fanggebiete werden als Basis für eine weltweit einheitliche Kennzeichnung der Herkunft von Fischerzeugnissen verwendet.

Fischbestand
Definition:Reproduktionseinheit einer Fischart

die in einem bestimmten geografischen Bereich lebt und hier eigene Laichgebiete hat. Im Nordostatlantik gibt es 13 verschiedene Kabeljaubestände und mindestens 14 Heringsbestände, die sich völlig unterschiedlich entwickeln können. Zwischen angrenzenden Beständen kann es zu bestimmten Zeiten zu Vermischungen kommen. Die Verbreitung eines Fischbestandes stimmt nicht unbedingt mit den Managementgebieten überein, die mehrere Bestände oder auch nur Teile von diesen enthalten können.

Fischereiaufwand
Definition:Maß für die Aktivität von Fischereifahrzeugen in einer gegebenen Region

Dieses Maß berücksichtigt die Fangzeit, ggfs. die Fangleistung und die Zahl der Schiffe, mit der diese Aktivität ausgeübt wird.

fischereiliche Sterblichkeit (F)
Definition:Abstraktes Maß für die relative Entnahme von Fischen durch die Fischerei, jeweils bezogen auf einen bestimmten Altersbereich
FIZ
Akronym von:Fisch-Informationszentrum e.V.
FLI
Akronym von:Friedrich-Loeffler-Institut
Flim
Abkürzung von:Limit-Referenzpunkt für die fischereiliche Sterblichkeit (nach Vorsorgeansatz),

der in keinem Fall überschritten werden sollte, damit die Reproduktionsfähigkeit eines Bestandes mittelfristig nicht eingeschränkt wird. Liegt F länger über Flim , steigt die Wahrscheinlichkeit eines Absinkens der Biomasse unter Blim und damit eines Bestandszusammenbruches stark an.

Fmgt
auch Fmgmt, Fischereiliche-Sterblichkeit nach Managementplan oder Nutzungsregel die eine Managementreaktion erfordert
Fmsy
Abkürzung von:Referenzwert für die fischereiliche Sterblichkeit in Übereinstimmung mit höchstem Dauerertrag (msy = maximum sustainable yield).
FOFL
Abkürzung von:ist der Fischereidruck, der nicht überschritten werden darf, damit der Bestand mittelfristig nicht überfischt wird (OFL = OverFishing Level), z.B. bei den Alaska-Seelachs Beständen in US-Gewässern
Fpa
Abkürzung von:Vorsorge-Referenzpunkt für die fischereiliche Sterblichkeit (nach dem Vorsorgeansatz),

Sicherheitsabstand zum Limit-Referenzpunkt, der Unsicherheiten in der Bestandsberechnung mit einschließt. Unterhalb Fpa wird der Bestand nachhaltig bewirtschaftet, aber noch nicht unbedingt optimal (vergleich MSY ).

Fruchtbarkeit
Definition:Klassifikation nach Anzahl Eier pro Weibchen
Ftgt
Abkürzung von:Ftarget: Fischereiliche Vorgabe- oder Ziel-Sterblichkeit nach Managementplan oder Nutzungsregel
g
Abkürzung von:Gramm
Grundschleppnetz
Definition:auf dem Meeresboden geschlepptes Netz zum Fang von Bodenfischen.

Grundschleppnetze sind aktive Fanggeräte, die von einem Fahrzeug (Baumkurren und Scherbrettnetze) oder von zwei gleichzeitig operierenden Booten (Gespannschleppnetze) geschleppt werden. Der Einfluss auf den Meeresboden unterscheidet sich vor allem je nach Ausgestaltung des Grundtaus: Dieses kann aus leichten Gummi- oder Kunststoffrollen bestehen, die den Meeresboden nur leicht berühren, oder aus schwersten Stahlkugeln und Scheuchketten, die sich in weichen Boden eingraben.

HELCOM
Definition:Helsinki-Kommission zum Schutz der Meeresumwelt des Ostseeraums

Die Helsinki-Kommission ist eine zwischenstaatliche Kommission, die für den Schutz der Meeresumwelt der Ostsee arbeitet. 1974 wurde das erste Helsinki-Abkommen (Übereinkommen von Helsinki über den Schutz der Meeresumwelt des Ostseegebiets) von allen Ostseeanrainern unterzeichnet und trat 1980 in Kraft. Aufgrund der politischen Veränderungen und internationalen Entwicklungen im Umwelt- und Meeresrecht wurde das Abkommen 1992 überarbeitet. Nachdem alle Ostseeanrainerstaaten und die EU unterschrieben haben, trat das Abkommen im Jahr 2000 in Kraft.
HELCOM -Mitglieder sind: Europaische Union, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Russland und Schweden.

Englisch: Helsinki Commission - Baltic marine environment protection commission.

Highgrading
Definition:Fangaufwertung

Rückwurf von marktfähiger Ware (legal gefangen und anlandbar) in Erwartung wertvollerer Fänge (also z.B. größerer oder fetthaltigerer Fische).

ICES
Akronym von:International Council for the Exploration of the Sea

Internationaler Rat für Meeresforschung, Sitz in Kopenhagen. Älteste zwischenstaatliche Organisation weltweit (gegründet 1902, koordiniert und fördert die Meeresforschung in allen Umweltdisziplinen im Nordost-Atlantik). Wesentliche Quelle für den wissenschaftlichen Ratschlag und die Fangempfehlungen für die lebenden Ressourcen des Nordost-Atlantiks. Rund 3600 Wissenschaftler tragen derzeit zur ICES -Arbeit bei, alle 18 Anrainer des ICES -Gebietes plus USA und Kanada sind Mitglieder des ICES .

ICES -Gebiet
Definition:Das ICES -Gebiet ist die Region im Nordostatlantik, deren Fischbestände vom Internationalen Rat für Meeresforschung in Kopenhagen ( ICES ) begutachtet werden.

Es wird im Norden durch den Nordpol, im Süden durch den 36. nördlichen Breitengrad, im Osten durch die europäische Küstenlinie bzw. 68°30‘E und im Westen durch die Grönländische Küstenlinie bzw. die Längengrade 40-44°W begrenzt. Die Einteilung der einzelnen ICES -(Unter)Gebiete (I-XIV) basiert auf den Anforderungen zur Sammlung von statistischen Fischereidaten und dem Fischereimanagement. Da Ort und Zeit für die Fischerei auch von biogeographischen (z.B. Artzusammensetzung, Primärproduktion) und ozeanographischen (z.B. Tiefe, Strömungen, Temperatur, Schichtung) Faktoren abhängen, gibt es Übereinstimmungen mit den Ökoregionen. Die Einteilung der ICES -Gebiete erfolgt in Untergebiete (z.B. IV=Nordsee), Divisionen (z.B. IVa= nördliche Nordsee) und Unterdivisionen (z.B IVa Ost).

IOW
Akronym von:Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde
IUCN
Akronym von:International Union for Conservation of Nature: Weltnaturschutzunion
IUU-Fischerei
Akronym von:Illegal, unreported and unregulated fishery

Illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei. Wird ohne Genehmigung der Nationalstaaten oder (in internationalen Gewässern) ohne die der Regionalen Fischereimanagementorganisationen betrieben. Macht weltweit bis zu 30% der Gesamtanlandungen aus und ist damit mitverantwortlich für den schlechten Zustand vieler Fischbestände.

k
Abkürzung von:Kilo
Kabeljaukriege
Definition:Kämpfe um den isländischen Kabeljau-Bestand

Der Kabeljau war und ist die wichtigste marine Ressource in Island und die Geschichte der isländischen Fischerei dreht sich fast ausschließlich um diese Art. Viele andere Nationen, insbesondere das Vereinigte Königreich, hatten ebenfalls großes Interesse an der Nutzung des isländischen Kabeljau-Bestandes, und die dadurch sehr intensive Fischerei führte immer wieder zu starker Überfischung. Island erweiterte daraufhin AWZ stufenweise von 3 Seemeilen (1901) auf 4, 12, 50 und schließlich 200 Seemeilen (1974). Jede dieser Ausdehnungen wurde von den übrigen fischenden Nationen zunächst nicht anerkannt und führte zu den sogenannten Kabeljaukriegen. Die Isländer zerstörten die Fanggeräte fremder Flotten und Großbritannien setzte Kriegsschiffe zum Schutz der Trawler ein. 1977 wurde die 200-Seemeilen-Zone Islands von allen EU-Staaten anerkannt. Das Recht auf eine bis zu 200 Seemeilen große AWZ ist inzwischen im Seerechtsübereinkommen der UN festgelegt.

katadrom
Definition:Fische mit lebens- oder jahreszyklischen Wanderungen zwischen Meer und Flüssen mit Laichgebiet im Meer z.B. europäischer Aal
kg
Abkürzung von:Kilogramm
kt
Abkürzung von:Kilotonnen
Küstenstaaten
Definition:Staaten, in deren nationalen Gewässern bestimmte wandernde und weit verbreitete Bestände verbreitet sind

und die sich daher auf ein gemeinsames Management dieser Ressource einigen sollten.

Laicherbiomasse
Definition:Gesamtgewicht aller erwachsenen, an der Nachwuchsproduktion teilnehmenden Tiere

Large marine ecosystems
Definition: Large marine ecosystems (LME) sind relativ große Meeresgebiete (200.000 km2 oder mehr), die an die Kontinente grenzen.

Weltweit wurden 64 LMEs festgelegt, um die Funktion von Ökosystemen besser beschreiben und ihren Zustand umfassend beobachten zu können. Sie können außerdem als Basis für ein ökosystemorientiertes Management von gemeinsam genutzten Ressourcen verwendet werden. Die Grenzen der LMEs sind durch ihre charakteristische Bodentopographie, Hydrographie und Produktivität, sowie durch die Nahrungsbeziehungen der dort lebenden Populationen definiert. Sie liegen überwiegend auf dem Kontinentalschelf, auf dem die Produktivität meist größer als in den offenen Ozeanen und der menschliche Einfluss durch (u.a.) Verschmutzung, Überdüngung, Habitatzerstörung und Überfischung besonders stark ist. Etwa 80-95 % des jährlichen weltweiten marinen Fischfangs werden in den definierten LMEs produziert.

m
Abkürzung von:Meter
Magnuson-Stevens Fishery Conservation and Management Act
Definition:Der Magnuson-Stevens Act ist das tragende Gesetz zum Fischereimanagement in den USA.

Es wurde nach dem Warren G. Magnuson einem ehemaligen Senator in Washington, und Ted Stevens, früher Senator von Alaska, benannt. Das Gesetz wurde 1976 ursprünglich als Fishery Conservation and Management Act eingeführt und in den vergangenen Jahren mehrmals geändert. Zuletzt wurde das sogenannte Magnuson-Stevens Fishery Conservation and Management Reauthorization Act verabschiedet und von Präsident Bush im Januar 2007 unterschrieben.

 

Managementplan
Definition:Bewirtschaftungsplan

regelt die Bewirtschaftung eines oder mehrerer Fischbestände mittelfristig (in der Regel für 3-5 Jahre). Die wichtigsten Elemente von Managementplänen sind die Festlegung 1. einer Ziel-Sterblichkeit, 2. eines Biomasse-Grenzwertes, dessen Unterschreitung eine weitere Einschränkung der fischereilichen Nutzung hervorruft und 3. eines die Fangmenge stabilisierenden Elementes (z.B. maximale Abweichung eines TAC von dem des Vorjahres um 15%). Der Managementplan wird von einer oder mehreren die Ressource nutzenden Parteien erstellt.

MEY
Akronym von:maximum economic yield

Ein nachhaltiges Management der Fischereiökonomie erfordert eine Optimierung des Fischereiaufwands auf maximalen ökonomischen Ertrag. Dieser entspricht dem maximalen Gewinn aus dem Fischfang und ergibt sich aus der maximalen Differenz zwischen Ertrag und Fangkosten. Dies ist schon bei einem geringeren Aufwandsniveau der Fall. Ohne Regulierung würde der Fangaufwand so lange erhöht, wie es sich lohnt, Fische zu fangen, also solange der Gewinn aus dem Fischfang positiv ist.

mind.
Abkürzung von:mindestens
Mindestanlandelänge
Definition:Minimale legale Länge angelandeter oder in den Verkehr gebrachter Fische

Ursprüngliches Ziel der Mindestanlandelänge (MLS) war es, einen Anreiz für die Vermeidung des Fangs junger, noch nicht fortpflanzungsfähiger Fische zu schaffen. Die Fanggeräte sollten so gestaltet sein, dass sie Fische selektiv fangen und möglichst wenige Tiere unter dem legalen Mindestmaß im Netz landen bzw. aus diesem wieder entweichen können (z.B. durch Fluchtfenster oder ausreichend große Maschenweiten). Sogenannte untermaßige Fische dürfen nach EU-Vorschriften nicht angelandet und müssen als Rückwurf / Discard wieder über Bord geworfen werden. Tatsächlich hat diese Regulierung in EU-Gewässern inzwischen eher zur massenhaften Vernichtung von Jungtieren geführt, weil der Fang nicht begrenzt ist und Jungtiere einfach verworfen werden und dabei nicht auf die Quote angerechnet werden müssen.

mm
Abkürzung von:Millimeter
MSC
Akronym von:Marine Stewardship Council

Siegel für umweltbewussten und nachhaltigen Fischfang. Gegründet 1997 von dem Lebensmittelkonzern Unilever und dem World Wide Fund for Nature (WWF). Der MSC arbeitet unabhängig und vergibt sein Siegel an nachhaltig arbeitende Fischereien.

MSY
Akronym von:maximum sustainable yield

Das Konzept des höchstmöglichen nachhaltigen Dauerertrags sieht vor, dass die Bewirtschaftung lebender Meeressschätze so erfolgt, dass der Ertrag (hier also die Fangmenge) langfristig optimiert wird. Hierfür werden Zielreferenzpunkte für Biomasse (Bmsy) und fischereiliche Sterblichkeit (Fmsy) entwickelt; die aktuellen Werte sollen in begrenztem Umfang um diese Referenzpunkte schwanken.  Die Referenzpunkte schließen den Bedarf anderer Nutzer der Ressource wie Seevögel und –säuger ein, betrachten also in gewissem Umfang auch die Auswirkungen der Fischerei auf die Meeresumwelt: Nur eine gesunde Umwelt kann den MSY liefern. Die meisten europäischen Bestände werden derzeit deutlich unterhalb des MSY bewirtschaftet. Interaktionen zwischen den Arten werden eine Anpassung der sich zunehmend erholenden Bestände erforderlich machen.

NAFO
Akronym von:Northwest Atlantic Fisheries Organization

NAFO ist eine zwischenstaatliche Fischereiwissenschaft und –management Institution. Sie wurde 1979 als Nachfolgerin der ICNAF (International Commission of the Northwest Atlantic Fisheries) gegründet. Ihr Ziel ist es durch Beratung und Kooperation zur optimalen Nutzung, vernünftigem Management und Erhaltung der Fischereiressourcen des NAFO -Gebietes beizutragen. Das Abkommen gilt für die meisten Fischereiressourcen des Nordwest-Atlantiks mit Ausnahme von Lachs, Thunfisch, Marlin, Walen und ortsgebundenen Arten wie z.B Schalentieren.

NEAFC
Akronym von:North East Atlantic Fisheries Commission

Nordost-atlantische Fischereikommission. Regionale Fischerei Management Organisation (RFMO) für den Nordostatlantik, insbesondere für die in internationalen Gewässern verbreiteten Bestände von Hering, Makrele, Rotbarsch und Blauem Wittling.

NEFSC
Akronym von:Northeast Fisheries Science Center

NEFSC ist ein Fischerei-Sektor (regionales Institut) von NOAA , zuständig für die Fischerei an der Nordostküste der USA. Hier werden vor allem Fischerei- und Aquakulturforschung sowie Bestandsanalysen und Forschungsreisen durchgeführt.

NO
Abkürzung von:Nordost
NOAA
Akronym von:National Oceanic and Atmospheric Administration

Wetter- und Ozeanografiebehörde der Vereinigten Staaten. Sie wurde am 3. Oktober 1970 als eine Einrichtung des Handelsministeriums  gegründet, um die nationalen Ozean- und Atmosphärendienste  zu koordinieren. Es gibt diverse Organisationen mit verschiedenen Zuständigkeiten, unter anderem den National Marine Fisheries Service (NMFS). Der NEFSC wiederum ist ein regionales NOAA Institut.

NW
Abkürzung von:Nordwest
Ökoregion
Definition:Ökoregionen umfassen relativ große Gebiete von Land oder Wasser, die charakteristische Pflanzen- und Tiergemeinschaften enthalten.

Um im Rahmen der Meeresstrategie-Richtlinie einen ökosystemorientierten Ansatz für Bewertung und Empfehlung der marinen Fischbestände in Europäischen Gewässern umsetzen zu können, teilt auch der ICES sein Gebiet in Ökoregionen ein. Die Grenzen der Ökoregionen basieren auf biogeographischen (z.B. Artzusammensetzung, Primärproduktion) und ozeanographischen (z.B. Tiefe, Strömungen, Temperatur, Schichtung) Besonderheiten unter Berücksichtigung von bestehenden politischen, sozialen und ökonomischen Regionen und Verwaltungsgrenzen.

OSPAR
Definition:Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks

Das OSPAR -Übereinkommen wurde 1992 in Paris getroffen, benannt nach den beiden Vorläufern Oslo-Konvention (OSCOM, 1972) und Paris-Konvention (PARCOM, 1974). Es sieht Maßnahmen zur Vorbeugung und Beseitigung der Meeresverschmutzung und zum Schutz der Meeresumwelt gegen schädliche Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten im Nordostatlantik vor (für die Ostsee siehe HELCOM ). Die OSPAR Liste gefährdeter und/oder im Rückgang befindlicher Arten und Lebensräume im Nordostatlantik umfasst eine Vielzahl schutzbedürftiger Tierarten und Lebensräume des offenen Meeres und der Küstengewässer.

Vertragspartner sind Deutschland, Belgien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Island, Luxemburg, Norwegen, Niederlande, Portugal, Spanien, Schweden und die Schweiz, sowie die Europäische Union. Finnland, Luxemburg und die Schweiz liegen zwar nicht an OSPAR -Gewässern, ihre Beteiligung an dem Übereinkommen resultiert aber aus den möglichen Einträgen über die Ostsee bzw. diverse Flüsse.

Englisch: Convention for the protection of the marine environment of the North-East Atlantic.

Pelagial
Definition:Lebensraum des freien Wassers
pelagisch
Definition:Im freien Wasser lebend
Pelagisches Schleppnetz
Definition: Schleppnetz , das durch das freie Wasser gezogen wird und den Boden nicht berührt,

zum Fang pelagischer (Schwarm-)Fische wie Hering und Makrele. Pelagische Netze für den Fang von Rotbarschen im Nordatlantik gehören zu den größten Netzen überhaupt (z.B. „Gloria-Netz“).

PICES
Akronym von:North Pacific Marine Science Organization

Pendant zum ICES im Nordpazifik (nördlich 30°N), zwischenstaatliche wissenschaftliche Einrichtung zur Förderung und Koordination der Meeresforschung, gegründet 1992. Derzeitige Mitglieder sind Canada, Volksrepublik China, Japan, Korea, Russische Förderation und die Vereinigten Staaten von Amerika.

Referenzwerte
Definition:Grenz- oder Zielwerte für die Fischereiliche Sterblichkeit und die Laicherbiomasse

Sie werden im Rahmen des Vorsorgeansatzes, des Konzeptes zur Erlangung des höchsten Dauerertrags ( MSY ) oder von Managementplänen festgelegt.

Rekrutierung
Definition:Anzahl der Nachkommen eines Fischbestandes in einem bestimmten Alter
Reproduktion
Definition:Fortpflanzung, Vermehrung, Nachwuchsproduktion
Reusen
Definition:Fanggerät für die Küstenfischerei, auch Korb oder Fischkorb genannt

das in den verschiedensten Formen verwendet wurde und wird. Reusen haben eine trichterförmige Öffnung, durch die die Fische in eine dahinterliegende Kammer geleitet werden, aus der sie nicht mehr entkommen können. Sind mehrere solcher Körbe aneinander befestigt, spricht man von Reihekörben oder auch Reihenkörben. Der Rutenkorb ist aus Weiden und Dornenruten gearbeitet und hat eine starre Form, während Netzreusen zusammenlegbar und daher leichter und platzsparender zu transportieren sind.

RFMO
Akronym von:Regional Fisheries Management Organisation, Regionale Fischerei Management Organisation
Scheuchkette
Definition:Kette, die vor dem Grundtau geschleppt wird,

mit der Plattfische oder Garnelen vom Grund aufgescheucht werden, damit sie leichter gefangen werden können. Wird vor allem in der Baumkurrenfischerei eingesetzt.

Schleppnetz
Definition:Von einem oder mehreren Schiffen geschlepptes Netz,

das aus einem konisch geformten Netzkörper besteht, der nach hinten mit einem geschlossenen Netzsack (Steert) für die Aufnahme des Fangs verbunden ist und nach vorne zur Öffnung hin in mehr oder weniger lange Flügel mündet. Schleppnetze gehören zu den aktiven Fischereimethoden. Die horizontale Öffnung wird entweder durch feste Konstruktionen ( Dredge , Baumkurre ) oder durch angeströmte Scherbretter aufrecht erhalten, die vertikale Öffnung durch Auftriebskörper an der Oberseite des Netzes (Kopftau) und Gewichte an der Unterseite (Grundtau). Man unterscheidet pelagische und Grundschleppnetze.

Slipping
Definition:Verwerfen des gesamten Fanges,

z.B. bei unerwünschter Fangzusammensetzung, in der Regel bevor der Fang vollständig an Bord genommen wurde.

sp.
Abkürzung von:species

Wenn eine Gattung nicht bis auf die Art bestimmt ist. Z.B. Sebastes sp. für eine von verschiedenen Rotbarsch-Arten.

spp.
Abkürzung von:species Mehrzahl; beinhaltet mehrere Arten

Wenn eine Gattung nicht bis zur Art bestimmt ist und mehrere Arten umfasst werden. Z.B. Sebastes spp. für mehrere Rotbarsch-Arten.

Std.
Abkürzung von:Stunden
Stellnetz
Definition:Am Grund verankerte Kiemennetze,

deren Bodengewichte (Senker, Senkbleie) so austariert sind, dass sie den Auftrieb der Schwimmer neutralisieren und das Netz am Platz halten. Die Netze werden nacheinander in unterschiedlicher Zahl ausgesetzt. Von Aufstellplatz zu Aufstellplatz werden sie am Meeresboden verankert und an der Wasseroberfläche durch Bojen markiert, die durch Leinen mit dem Netz verbunden sind. In bestimmten Fällen werden diese Netze auch im Pelagial eingesetzt, wo sie in einem bestimmten Abstand zum Grund hängen.

t
Abkürzung von:Tonnen
TAC
Akronym von:Total Allowable Catch

gesetzliche Höchstfangmenge (in EU-Gewässern eigentlich: gesetzliche Anlandemenge)

TACC
Akronym von:Total Allowable Commercial Catch

gesetzliche kommerzielle Höchstfangmenge (z.B. in Neuseeland)

TACs
Akronym von:Mehrzahl von TAC
TAL
Akronym von:Total Allowable Landings

gesetzliche Höchstanlandemenge. Hier sind im Gegensatz zu einem TAC die erwarteten anderweitigen Entnahmen bereits abgezogen. Im Falle der TAL für Dornhai auf dem US Kontinentalschelf wurden Rückwürfe, Sportfischerei sowie Kanadische Anlandungen abgezogen.

TI
Akronym von:Thünen-Institut

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut, Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei – kurz: Thünen-Institut –  besteht aus 14 Fachinstituten, die in den Bereichen Ökonomie, Ökologie und Technologie forschen und die Politik beraten.

Trophische Ebene
Definition:Rang einer Art im Nahrungsnetz (basierend auf Nahrungsuntersuchungen)
UBA
Akronym von:Umweltbundesamt
UNCED
Akronym von:Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen
Vorsorgeansatz / -prinzip
Definition:Nach dem Vorsorgeansatz (engl.: precautionary approach) ist es erforderlich, dass Bestände innerhalb produktiver Größen bleiben.

Es wird versucht, Limitreferenzpunkte ( Flim und Blim ) zu definieren, die in jedem Fall vermieden werden sollen und zusätzlich eine Pufferzone einzurichten (Vorsorgeansatz-Referenzpunkte, Fpa und Bpa ). Dieser Puffer muss umso größer sein, je weniger Erkenntnisse über die Populationsdynamik des jeweiligen Bestandes vorliegen. Fangmengen müssen so gesetzt werden, dass genügend Fisch für einen stabilen Bestand übrig bleibt. Das Fischereimanagement nach dem Vorsorgeansatz hat die Risikoabwehr zum Ziel, nicht die optimale Nutzung einer Ressource (vergl. MSY ). Es geht zurück auf ein UN-Abkommen zu weitverbreiteten und wandernden Beständen aus dem Jahr 1995.

Widerstandsfähigkeit
Definition:Klassifikation nach minimaler (theoretischer) Populationsverdoppelungszeit
z.B.
Abkürzung von:zum Beispiel
Zielart
Definition:Fischart, die nominell vorrangiges Ziel der Fischereiaktivität ist

Die Zielart muss nicht annähernd den größten Teil des Fanges ausmachen. Nach der Zielart richtet sich die Art des verwendeten Netzes und dessen Maschenweiten.